Berichte aus dem Leben: Tanja Woppmann und Vorstellung von „Arbeiterkind“

Am Freitag, 22. Mai 2026 war die ehemalige ASG-Schülerin Tanja Woppmann am ASG zu Gast, um unseren Schüler*innen ab Klasse 11 von ihrem bisherigen Leben und den Lehren hieraus zu berichten. Außerdem wurde das Projekt "Arbeiterkind" vorgestellt.

Berichte aus dem Leben: Tanja Woppmann

Geballte Frauenpower erwartete die Schüler*innen der höheren Klassen des ASG am Freitag vor den Pfingstferien, 22. Mai 2026. Mit Tanja Woppmann, geborene Wulfert, hatte sich eine ehemalige Schülerin angesagt, die nach dem Studium der BWL mit Schwerpunkt Markt- und Kommunikationsforschung schließlich 2013 den Gang in die Selbständigkeit wagte und mit ihrem Unternehmen mittlerweile zu den 25 größten Marktforschungsinstituten in Deutschland gehört. In ihrem Vortrag gab sie einen Abriss über das Aufgabengebiet ihres Unternehmens mit mittlerweile 45 Mitarbeiter*innen im In- und Ausland und bot interessante Einblicke in die Marktforschung. Sie schilderte die Herausforderungen, die die Gründung eines Start-ups beruflich und im Zuge der Familiengründung auch persönlich bedeutet.

Als gute Tipps für die Schüler*innen empfahl sie Praktika, Auslandsaufenthalte und Mut: „Seid mit Leidenschaft dabei.“ Ausführlich ging sie auch auf die Fragen aus der Schülerschaft ein, die zum Beispiel wissen wollte, ob es bürokratische Hindernisse bei der Firmengründung gegeben habe. Die vielleicht überraschende Antwort: „Es ging superschnell“, zwei DIN-A4-Seiten habe man ausfüllen müssen und tolle Förderprogramme mitsamt Gründerzuschuss halfen beim Schritt zum eigenen Unternehmen.

Vorstellung von Arbeiterkind.de

Dass MINT-Fächer keine männliche Domäne sein müssen, bewies die zweite Referentin Prof. Dr. Manuela Boin, die sich für „Arbeiterkind“ engagiert und eine interessante Vita aufzuweisen hat. Aufgewachsen in der DDR, stand sie im 7. Semester aufgrund der Wende plötzlich ohne Stipendium da und musste lernen, wie man als Neu-Bürgerin der BRD an Stipendiengelder kommt. Nach ihrer Promotion im Hamburg arbeitete sie 15 Jahre in der Automobilindustrie und ist nun seit vielen Jahren Professorin an der Fakultät für Mathematik, Natur- und Wirtschaftswissenschaften der THU und dort für den Bereich Fahrzeugtechnik verantwortlich.

Dass die Wahrscheinlichkeit, dass man studiert, sehr stark von der Herkunft abhängt, machte Boin anhand von einem Zahlenvergleich deutlich: Während 75 Prozent der Kinder von Akademikereltern studieren, tun das nur 25 Prozent von Nichtakademikern. „Arbeiterkind“ setzt sich dafür ein, dass das nicht so bleibt. An Geld sollte es nicht fehlen, denn in Deutschland gibt es zahllose Möglichkeiten, im Studium an finanzielle Unterstützung zu kommen: über 2000 verschiedene Stipendien stehen bereit, vom Deutschlandstipendium über Begabtenförderwerke bis zu politisch oder religiös motivierten Stiftungen. Wobei man nicht zu den Besten gehören muss, um gefördert zu werden, vielen Stiftungen ist Engagement sehr wichtig. Eine große Rolle spielt nach wie vor auch das BAföG, das man elterneinkommensabhängig bekommt und das zu 50 Prozent ein zinsloses Darlehen darstellt. Arbeiterkind hilft bei Fragen rund ums Studium, wie Organisation, Stipendienbewerbung, Studienzweifel und Berufseinstieg.

Berichte aus dem Leben Tanja Woppman

Berichte aus dem Leben Arbeiterkind